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<title>morgenbach stories</title><link>http://www.morgenbach.de/index.html</link><description>neue stories auf morgenbach&#x21;</description><dc:language>de-de</dc:language><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><dc:rights>Copyright 2008 morgenbach</dc:rights><dc:date>2008-01-12T17:23:30+01:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Mon, 14 Jan 2008 19:05:17 +0100</lastBuildDate><item><title>Der Koch&#x2c; Teil 1</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>kurzgeschichten</category><dc:date>2008-01-12T17:23:30+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/Der%20Koch%20Teil%201.html#unique-entry-id-8</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/Der%20Koch%20Teil%201.html#unique-entry-id-8</guid><content:encoded><![CDATA[<p><div class="storiesBLOCK"><p>mich zu begleiten. Ich weiss nicht, was mich an der Frau so fasziniert, wahrscheinlich ihre K&uuml;hle und Unnahbarkeit. Um so mehr bin ich aufgeregt und habe Toni vorgewarnt, damit er sich nicht verplappert. Heute gibt es Seewolf an einer Komposition selbstgemachter Pasta. Dazu gibt es Tomaten mit einer Oliven&ouml;l-Koriander-Vinaigrette. Die Vorspeisse habe ich Toni &uuml;berlassen, soll f&uuml;r Susanne und mich eine &Uuml;berraschung sein. Die Zeit eilt. In einer halben Stunde will ich Susanne abholen und ich muss mich noch umziehen. Zu Fuss brauche ich 10 Minuten. Jetzt aber los. Ich ziehe meine neue Jeans an. Keine Ahnung, was Susanne anzieht. Dazu werde ich das weisse Hemd mit dem grossen Kragen und den silbernen Manschettenkn&ouml;pfen anziehen. Der oberste Knopf bleibt auf, unauff&auml;llig und mit einer Spur von L&auml;ssigkeit. Der graue Sportblazer und fertig. Jetzt, da ich so dar&uuml;ber nachdenke, bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich das richtige ist. Ich kann es nicht &auml;ndern. Die Atmosph&auml;re bei Toni wird ihr &uuml;briges tun, Kerzenschein, kleine gem&uuml;tliche und ungest&ouml;rte Sitzecken mit viel Stein, Holz und Andenken aus Toni&acute;s Heimat an der Wand. Ich gehe los. Es ist kalt geworden. Vielleicht h&auml;tte ich noch eine Jacke mitnehmen sollen. Um die n&auml;chste Ecke und ich bin da. Ich klingele bei Susanne an der T&uuml;r und warte einen Moment und noch einen und noch einen. Ein merkw&uuml;rdiges Gef&uuml;hl &uuml;berkommt mich. Wollte Sie mich nur reinlegen? Kommt Sie gar nicht mit? Hatte sie sich nur nicht getraut, mir zum hundertsten Mal abzusagen? Die T&uuml;r geht auf. Ich warte auf eine Ausrede, aber stattdessen steht Susanne weg-geh-bereit vor mir und l&auml;chelt mich an. Wir gehen die paar Schritte zu Toni. Ein Gespr&auml;ch will nicht aufkommen. Wir gehen beide in Gedanken versunken durch den k&uuml;hlen Abend. Wir &ouml;ffnen die schwere Holzt&uuml;r und treten in eine andere Welt. Italien pur, aber nicht das kitschige wie in vielen billigen Pizzabuden. Nein, hier hast du wirklich das Gef&uuml;hl im fernen S&uuml;den zu sein. Du hast pl&ouml;tzlich das Gef&uuml;hl von Freiheit, Urlaub und es w&uuml;rde dich nicht wundern, wenn auch Dottore Brunetti die T&uuml;r herein kommt. Toni&acute;s Frau, eine reinrassige s&uuml;dl&auml;ndische Sch&ouml;nheit, zeigt uns unseren Tisch. Ganz hinten, in der N&auml;he des offenen Kamines. Wie immer hat Toni den richtigen Platz ausgesucht. Mit dem hauseigenen Apperitif starten wir in den Abend. Ich habe Toni schon hundert mal gefragt, was er da in den Prosecco macht, aber er l&auml;chelt immer nur und klopft mir auf die Schulter. Ich frage Susanne, ob sie etwas gegen Fisch einzuwenden hat und freue mich &uuml;ber ihren Geschmack, denn sie liebt Fisch. Ehrlich gesagt, habe ich auch nicht daran gezweifelt, dass sie mit Italiener nicht nur Pizza und Lambrusco verbindet. Schliesslich ist Toni ja auch keine Pizzeria. Die Vorspeise wollte Toni unbedingt selbst ausw&auml;hlen. Bin mal gespannt, was er sich diesmal ausgedacht hat. Toni ist weit und breit bekannt f&uuml;r seine ausgefallenen Arrangements - so w&uuml;rde ich seine Kompositionen am treffendsten beschreiben. Normalerweise l&auml;sst es sich Toni nicht nehmen, seine Kreationen pers&ouml;nlich am Tisch anzupreisen. Susanne l&auml;chelt mich an und warte wohl auf den Beginn von.... Tja, von was eigentlich? Plaudern &uuml;ber Gott und Welt, das Essen, den Wein, weltm&auml;nnische Erfahrungen oder die Firma? Heute ist irgendwie alles anders. Ich bin &uuml;berhaupt nicht bei der Sache, bei Susanne besser gesagt. Irgend etwas st&ouml;rt mich heute. Das gibt es doch gar nicht. Ich habe so lange auf diesen Abend mit Susanne gewartet und jetzt das. Gibt es Viagra f&uuml;r die Seele? Der Kamin knistert, eine bezaubernde Frau sitzt vor mir und ich denke an Viagra f&uuml;r die Seele. Bin ich bescheuert? Ist das die Strafe f&uuml;r meine st&auml;ndigen Frauengeschichten? Gibt es irgendwo einen Big Brother, der mich an einer langen Leine f&uuml;hrt und jeden Schritt und Tritt verfolgt? Muss ich jetzt f&uuml;r das b&uuml;ssen, moment mal, f&uuml;r was eigentlich. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen und habe auch niemanden verletzt. Susanne prostet mir zu. Ich sch&uuml;ttle den Kopf und entschuldige mich f&uuml;r meine geistige Abwesenheit. Oh, wie peinlich! Was ist nur heute mit mir los. Ich fange ein belangloses Gespr&auml;ch &uuml;ber Toni&acute;s Vorspeisen an. Wahrscheinlich ist das der Grund. Ich warte auf Toni. Der Blick nach hinten bringt auch nichts neues. Irgend etwas stimmt heute nicht. Soll ich mal nachschauen oder hat Toni nur die Vorspeise versaut und traut sich nicht aus der K&uuml;che? Ich werde mal Rosa fragen, wenn sie denn wieder aus der K&uuml;che kommt. Ich schaue Susanne in die Augen und erfreue mich an dem blauen Funkeln. Sie hat tolle Augen und eine noch tollere Figur. Ich habe Susanne das erste Mal im Supermarkt gesehen. Sie w&auml;re mir gar nicht aufgefallen, wenn sie mich nicht nach der Uhrzeit gefragt h&auml;tte. Was f&uuml;r ein Zufall. Du gehst einkaufen und denkst einfach nur an den leeren K&uuml;hlschrank zuhause und dann tritt pl&ouml;tzlich eine bezaubernde Frau in dein Leben und fragt dich nach der Uhrzeit. Dann hat es erst wieder eine Weile gedauert, bis ich sie wiedergesehen habe.  Es war, wie k&ouml;nnte es anders sein, im Supermarkt. Diesmal habe ich sie angesprochen. Mir ist in dem Moment nichts bl&ouml;deres eingefallen, als sie nach dem Badewasserzusatz ihrer Wahl zu fragen. Es ist mir wirklich nichts bl&ouml;deres eingefallen, aber ich stand halt mal vor dem Regal und wollte sie nicht vorbeigehen lassen, ohne irgendwas zu sagen. Das war f&uuml;r sie wohl sehr &uuml;berraschend, denn sie konnte im ersten Moment nichts anderes machen, als zu lachen. Dann haben wir beide herzhaft gelacht. Pl&ouml;tzlich geht mit einem Knarren die K&uuml;chent&uuml;r auf und Rosa kommt mit entsetztem Gesichtsausdruck aus der K&uuml;che und l&auml;uft panisch durch das bezaubernde Ristorante. Bezaubernd sieht sie in diesem Moment aber nicht aus. Auf ihrer weissen Bluse sind grossfl&auml;chig Flecken verteilt. Rote Flecken. Rot wie Toni&acute;s leckerer Wein aus der Heimat oder rot wie die Tomaten auf der Caprese. Nein, es sieht mehr aus wie das Rot, das dem Menschen am Leben h&auml;lt.  Kein Zweifel, es ist Blut....</p></p>]]></content:encoded></item><item><title>Anton</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>kurzgeschichten</category><dc:date>2008-01-05T22:22:43+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/Anton.html#unique-entry-id-5</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/Anton.html#unique-entry-id-5</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="storiesBLOCK"><p>Die Sonne tut richtig gut und der Duft der Gr&auml;ser erf&uuml;llt meine Nase mit Wonne. Ich f&uuml;hle mich pudelwohl. Vielleicht sollte ich ein bischen umherschlendern oder mich einfach nur auf mein Fr&uuml;hst&uuml;ck freuen. Ha, da werden gerade die Pferde auf die Koppel gebracht. Das ist auch ein lustiges Schaust&uuml;ck. Manchmal trotten Sie einfach den Besitzern hinterher, manchmal aber sind Sie voller Schabernack und &auml;rgern "Frauchen". Soll doch einer mal sagen, dass Pferde doof w&auml;ren. Nein, die sind sowas von clever. Die machen sich schon ihren Spass und lassen sich nichts dabei anmerken.<br />Heute sind sie wohl eher faul, oder aber sie freuen sich einfach nur auf die Koppel und auf die Sonnenstrahlen, die ihnen bestimmt auch gut gefallen. Der Schimmel, dass ist Rudnik. Er ist nicht mehr ganz der J&uuml;ngste, aber trotzdem noch f&uuml;r jeden Spass zu haben. Der Dicke da, das ist der Hank. Hank ist etwas kleiner als Rudnik hat aber doppelt so dick (jedenfalls sieht das so aus, grins). Der Hank ist auch nicht schlecht. Ihm f&auml;llt immer wieder etwas neues ein, um ein bischen Action auf die Koppel zu bringen. Am allerbesten gef&auml;llt mir aber die Blonde. Ja die, die immer die Jungs auf die Koppel bringt. Ich stehe ja auf Blondinchen.<br />Meine bessere H&auml;lfte hat das aber schon mitbekommen und macht mir immer eine Szene, auch, wenn ich einfach nur schaue. Schauen darf man doch, oder. Jetzt schaue ich aber mal wo mein Fr&uuml;hst&uuml;ck bleibt. Man muss hier auch alles selber machen. Mach ich aber nicht. Nein, ich bleibe einfach ein bischen in der Sonne und harre den Dingen. Menno, langsam bekomme ich aber Hunger. Werde mir mal lautstark Geh&ouml;r verschaffen. Muss man denn immer erst meckern, bevor etwas auf den Tisch kommt. Geht mir langsam auf den Keks.<br />Na endlich, das wurde aber auch Zeit. W&auml;re fast umgefallen vor Hunger. Hm lecker, obwohl ich so Gr&uuml;nzeug zum Fr&uuml;hst&uuml;ck ja nicht mag. Aber soll ja gesund sein - und was tut man nicht alles f&uuml;r seine Gesundheit. Die Jungs auf der Koppel sind auch am fr&uuml;hst&uuml;cken. Im Gegensatz zu mir knabbern die aber nur an Heu und Stroh. Bin ich froh, dass ich keine Pferd bin. Hm, vielleicht &uuml;berlege ich mir mal einen Spass, um die Jungs sp&auml;ter ein bischen aufzumischen. Werden ja bestimmt bald wieder in den Stall geholt und dann kommen sie wieder hier vorbei. Ich muss nur aufpassen, dass die Blondine nichts mitbekommt. Will es ja mit der kessen Biene nicht verscherzen. Ausserdem werde ich dann vielleicht hier verscheucht, wo ich doch so gerne den Pferden und anderem Tierzeug zuschaue. Hier ist alles so sch&ouml;n gr&uuml;n und abends fliegen hier sogar die Flederm&auml;use durch die Gegend.<br />Fehlt eigentlich nur noch eine Hexe auf dem Besen. Hihi, das passt zu der anderen Pferdebesitzern. Kr&auml;uterhexe mit Besen. Die sucht immer nach Kr&auml;utern, um Tier und Mensch gesund zu machen. Ist ja nicht verkehrt, aber "Kr&auml;uterhexe" gef&auml;llt mir. <br /><br />&Uuml;brigens erz&auml;hlen sich die Jungs da dr&uuml;ben auf der Koppel wieder die alten Geschichten, wie sie ihre Besitzerinnen "ver&auml;ppelt" haben. Ich will ja nicht brahlen, aber ich verstehe ihre Sprache fliessend (habe nur ein paar Probleme mit der Aussprache). Was, das gibt&acute;s nicht. K&ouml;nnt ihr ruhig glauben. Habe das von meinem Grossvater gelernt und mich schliesslich mein Leben lang mit Pferden besch&auml;ftigt. Die k&ouml;nnen echt gute Kumpels sein. Man muss sich nur mit ihnen einlassen.<br /><br />Soll ich euch mal erz&auml;hlen, was der Rudnik sich wieder geleistet hat? Seit Tagen macht er einen auf "ich esse nichts mehr". Sein Frauchen macht sich nat&uuml;rlich Gedanken (bei Hank w&auml;re es eher mal angebracht, etwas weniger zu essen; grins). "Der Arme, was mache ich nur mit Dir?". So geht das dann die ganze Zeit. Rudnik will aber nichts anderes, als gef&uuml;ttert zu werden. Nachts lachen sich die Beiden die M&auml;hne voll. Ich k&ouml;nnte ja was sagen, aber wer glaubt mir schon!? Glaubt mir doch eh keiner, dass ich mich mit Pferden unterhalten kann. Ist vielleicht auch besser so (sonst muss ich wom&ouml;glich noch ins Fernsehen und aus ist es mit meiner Ruhe). <br />Vielleicht lege ich mich jetzt ein bischen hin und schaue einfach in den blauen, wundersch&ouml;nen Himmel. Tr&auml;ume ein bischen von der Blondine oder von einem leckeren Essen und einem leckeren Schl&uuml;ckchen. Ach, das Leben kann so sch&ouml;n sein. Ich liebe den Sommer und die Frauen und das Essen und das Trinken und &uuml;berhaupt.<br />Ich schliesse meine Augen und sp&uuml;re die angenehme W&auml;rme der aufsteigenden Sonne. Es wird mir wohl ums Herz. Die V&ouml;gel zwitschern alte Volkslieder und vergn&uuml;gen sich. Hundegebell reisst mich aus meinen Empfindungen. Dieser bl&ouml;de Hund, muss immer bellen. Gibt doch gar keinen Grund. "Halt doch einfach mal die Klappe!" rufe ich ihm zu, aber das Bellen nimmt keine Ende. Der f&uuml;hlt sich wohl stark, nur weil er hinter einem Zaun steht. "Soll ich mal r&uuml;berkommen?" Ha, er l&auml;uft weg. Tja, ich bin schon ein toller Kerl. Habe alles fest im Griff. Soll mir doch einer bl&ouml;d kommen. Den mache ich gleich einen Kopf k&uuml;rzer (im &uuml;bertragenen Sinn nat&uuml;rlich). Bin ich doch eher ein Gentleman. Einer von der Sorte, der man nicht widerstehen kann. Ist schon ein verdammt gutes Gef&uuml;hl, wenn einem die Frauen zu F&uuml;ssen liegen. Ich bleibe dann immer ganz cool, was die immer noch mehr anmacht. Manchmal habe ich das Gef&uuml;hl, dass ich die Frauen sooo gut verstehe und manchmal &uuml;berhaupt nicht. Komisch ist das. Da laufen sie mir hinterher und ich will sie mit auf meine Bude nehmen und dann schwafeln die was von "mach dich ab". Was soll ich davon halten? Ob sie Angst vor meiner besseren H&auml;lfte haben? Ich liebe sie ja, aber immer h&auml;ngt sie mir auf der Pelle. Ein Mann braucht auch mal seine Ruhe. Das will sie aber nicht verstehen. Vielleicht, weil sie mich kennt. Aber kennt sie mich denn wirklich. Kennt sie meine innersten W&uuml;nsche und Leidenschaften? Kann ein Mann nicht einfach mal ein Mann sein?<br /><br />Hey, Leute, lasst uns das Thema wechseln, bevor ich mich noch um Kopf und Kragen rede. Da hinten kommt der Bauer von nebenan. Den mag ich ja &uuml;berhaupt nicht. Der meint immer er m&uuml;sse nicht gr&uuml;ssen, so, als ob er mich nicht kennt. Dabei kennen wir uns schon seit Jahren. Ich hab ihm doch gar nichts gemacht. Wahrscheinlich denkt er, ich w&uuml;rde auf seine Frau stehen. Ha, das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Tja, mein gutes Aussehen macht es nicht immer einfach. Eifersucht und Neid begegnen mir und ich kann nichts dagegen machen. W&uuml;rde doch gerne mal ein paar Jungs einen Trinken gehen. Aber keiner geht mit mir. Alle meiden sie mich. Bin ich etwas nicht normal? Versteht mich denn keiner?<br />Ich sollte vielleicht mal Lotto spielen. Nein, ich selbst brauche kein Geld. Ich habe alles, was man sich nur vorstellen kann - nur eben keine Freude. Mit dem Geld k&ouml;nnte ich wenigstens alle einladen und Feste feiern. Aber das macht wahrscheinlich keinen Spass. Die Schmarotzer w&uuml;rden zwar kommen, aber nur wegen dem Freibier. Darauf kann ich auch verzichten.<br />Vielleicht sollte ich mich wieder etwas meiner Allgemeinbildung widmen. Sollte die Natur und die Pflanzen studieren. Auch eine neue Fremdsprache k&ouml;nnte ich lernen. Macht ja auch viel mehr Sinn. Wissen ist Macht! Das haben schon die alten Griechen und &Auml;gypter gewusst. Die haben die tollsten Pyramiden und Pal&auml;ste gebaut. Das habe ich mal in einer Zeitung gesehen. Beeindruckend, was man mit blossen H&auml;nden machen kann. Ich bin da eher ungeschickt. Mir fehlt ein bischen die Feinmotorik f&uuml;r solche Sachen. Aber man kann ja schliesslich nicht alles haben.<br />Bin halt mehr der Intellektuelle, der Wissende, der Gelehrte, der Schlaue, der ... naja, ihr wisst schon.<br /><br />Soll ich euch mal sagen? Ich bin gl&uuml;cklich, gl&uuml;cklich so wie ich bin. Ich bekomme mein Essen, ohne etwas daf&uuml;r tun zu m&uuml;ssen. Die Frauen laufen mir nach - auf die M&auml;nner kann ich verzichten. Ich kann tun und lassen was ich will - jedenfalls meistens. Ich bin gross und stark. Ich habe schon viele K&auml;mpfe gewonnen und viele Kinder gezeugt. Ich bin Ehemann, Vater, Opa und Grossvater. Ich bin eine aussergew&ouml;hnliche Sch&ouml;pfung der Natur.<br />Und das allerbeste ist: Ich bin eine Gans!</p>]]></content:encoded></item><item><title>Berufung</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>kurzgeschichten</category><dc:date>2008-01-05T22:16:14+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/Berufung.html#unique-entry-id-4</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/Berufung.html#unique-entry-id-4</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="storiesBLOCK"><p>Warum auch, die Situation, in der heutigen Zeit, ist f&uuml;r alle gleich und er tut doch nur das, &uuml;ber das viele Leute heute nachdenken.<br />Wo sind wir nur hineingeraten. Der Staat hat Schulden und mu&szlig; sparen. Gl&uuml;cklicherweise kann die Regierung noch Steuern erh&ouml;hen und so auch&nbsp;an der Schraube&nbsp;der Einnahmenseite drehen. Die Wirtschaft mu&szlig; angeblich auch sparen, weil doch die Analysten an der B&ouml;rse in jedem Quartal neue Rekordgewinne sehen wollen. Aber warum m&uuml;ssen die dann sparen, warum drehen die nicht auch an der Einnahmenseite. Tja, das fragen sich viele Leute. Eigentlich m&uuml;ssen sie doch mehr verkaufen, mehr Service erbringen, mehr Werbung machen und mehr Geld in die Erfindung neuer Technologien und Produkte stecken. Sie m&uuml;ssen sich von der Menge unterscheiden, um Wettbewerbsvorteile und damit&nbsp;Marktchancen &nbsp;zu haben. Stattdessen m&uuml;ssen sie Mitarbeiter entlassen und Aufgaben in sogenannte Billiglohnl&auml;nder transferieren. Das soll dann Kosten sparen und damit den Gewinn erh&ouml;hen. Habe ich damit aber mehr verkauft? Sicherlich nicht und ihren Marktanteil haben sie auch nicht erh&ouml;ht. Es sei denn, sie senken auch die Preise, um sich dadurch von der Konkurrenz zu unterscheiden - dann nehmen sie doch aber auch&nbsp;weniger ein und die Kostenersparnis ist wieder dahin. Nicht zu vergessen, da&szlig; die erzeugten Waren transportiert werden m&uuml;ssen oder die geleisteten Services verwaltet werden m&uuml;ssen - von den Menschen und Organisationseinheiten in den Billiglohnl&auml;ndern mal ganz zu schweigen. Alles in allem also eine doch sehr bedenkliche Entwicklung.<br />Was hat das Ganze nun mit meinem alten Freund zu tun. Nun, das ist ganz einfach. Auch in unserer Firma stehen die Zeichen auf Offshoring oder Global Sourcing, wie man solche Verlagerungsaktivit&auml;ten auch gerne nennt. Das klingt trendy und macht die Unternehmen f&uuml;r Analysten sexy.<br />F&uuml;r uns Mitarbeiter bedeutet dies aber schlimmes. Stellenabbau, Kostensenkung und weg von Thesen wie "Mitarbeiter sind das wertvollste Gut eines Unternehmens". Gerade im letzten Jahr wurden Standorte unserer Firma geschlossen. Seitdem gibt es keine Weiterbildung mehr, veraltete PCs werden nicht mehr ausgetauscht, sinnvolle Investitionen werden gestrichen bzw. &uuml;berhaupt nicht verfolgt und jeder einzelne muss immer mehr arbeiten (die Geh&auml;lter steigen nat&uuml;rlich nicht!). Von Strategie ist aus den h&ouml;heren Etagen nichts zu vernehmen. Im Gegenteil, die Kommunikation nimmt ab und die Lethargie nimmt zu. Untergangsstimmung ist wohl das passende Wort. Von Aufbruchstimmung ist nichts zu sp&uuml;ren.<br />In solch einer Situation befinden wir uns und je nach Alter wachsen die Bef&uuml;rchtungen, diesen Zustand noch mehrere Jahrzehnte ertragen zu m&uuml;ssen - so man seinen Job noch entsprechend lange bewahren kann!<br />Ein nicht gerade prickelndes Gef&uuml;hl. In solch einem Moment denkt wohl jeder mal daran, alles aufzugeben und noch einmal von vorne anzufangen. Wo komme ich her, was wollte ich mal erreichen, was macht mir eigentlich richtig Spass oder wof&uuml;r f&uuml;hle ich mich eigentlich berufen? Das sind ganz bestimmt berechtigte Fragen, auch unabh&auml;ngig von der heutigen Situation. Diese Fragen sollte man sich im Leben durchaus des &ouml;fteren Stellen. &Auml;hnliches tun doch Millionen von Menschen in der Silvesternacht. <br />Beruf kommt Berufung, doch wer f&uuml;hlt sich von diesem Wortspiel wirklich best&auml;tigt?&nbsp;Es werden wohl nicht sehr viele Menschen sein. Sicher gibt es Ausnahmen.&nbsp;Leute, die als Kind schon genau wussten, was sie einmal werden wollten und&nbsp;es dann auch geschafft haben. Der Normalfall d&uuml;rfte das aber nicht sein. Ich selbst bin auch mehr oder weniger durch Zufall dort gelandet, wo ich heute beruflich stehe. Klar hei&szlig;t das nicht, dass mir mein Job keinen Spass macht. Aber f&uuml;hle ich mich dazu berufen? Wie dem auch sei, diese oder &auml;hnliche Fragen hat sich auch mein alter Freund gestellt und so sein Schritt eingeleitet. Ob es der richtige ist, das wird sich herausstellen m&uuml;ssen. Ich w&uuml;nsche ihm viel Gl&uuml;ck dabei!<br />Was aber soll ich daraus mitnehmen. Klar habe ich in letzter Zeit h&auml;ufiger &uuml;ber so einen Schritt nachgedacht. Eigentlich m&uuml;sste ich mal was ganz anderes machen. Da fallen mir schon ein paar Dinge ein. Aber l&auml;sst sich davon leben, gef&auml;llt es mir auch dann noch, wenn ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen muss? Wof&uuml;r f&uuml;hle ich mich berufen? Was kann ich am besten? Was geht mir mit Freude von der Hand und wobei bin ich wirklich gl&uuml;cklich? Nein, ich will nicht weglaufen. Will nicht fliehen, vor der Last der Situation. Manchmal w&uuml;rde ich gerne dem obersten Boss unserer Firma reinen Wein einschenken. Ihm mal sagen, wie das Gesch&auml;ft an der Basis l&auml;uft. Aber macht das einen Sinn? Was ist mit meinen Mitarbeitern. Kann ich meine Abteilung einfach so im Stich lassen und mich aus dem Staub machen? Soll ich k&auml;mpfen. Soll ich meine Ansichten bis zum Letzten verteidigen und versuchen etwas zu bewirken? Will ich das &uuml;berhaupt? Wieder die Frage nach dem Sinn. Was macht in dieser Situation Sinn? Was will ich wirklich erreichen? Letztendlich will ich doch gl&uuml;cklich sein und mein Leben geniessen. &nbsp;Es gibt nur eine L&ouml;sung. Ich muss mir dar&uuml;ber klar werden, wozu ich mich berufen f&uuml;hle. Wo ich mich gut aufgehoben f&uuml;hle und wie ich mir mein Leben vorstelle. Ich muss Tr&auml;ume als solche identifizieren und Ziele daraus ableiten. Ich muss an L&ouml;sungen arbeiten, die mich meinen Zielen ein St&uuml;ck n&auml;her bringen. Eine Strategie gilt es zu entwickeln. Genauso wie es jede Firma tun muss. <br />Worin unterscheide ich mich eigentlich von meiner Firma? Ehrlich gesagt mangelt es mir scheinbar auch an der (richtigen) Strategie, sonst w&uuml;rde ich solche &Uuml;berlegungen nicht anstellen.<br />Was w&uuml;rde ich anderen raten? Wie motiviere ich meine Mitarbeiter, die &auml;hnliche Gedanken in sich tragen?<br />Tja, anderen Ratschl&auml;ge zu geben ist wohl einfacher. Nein, das ist es&nbsp;nicht. Ich konnte mich schon immer gut in andere versetzen. Dazu ist es aber ungeheuer wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Aha, und wie ist nun die Moral von der Geschichte? Theoretisch ganz einfach: Tr&auml;ume und Vorstellungen analysieren,&nbsp;Ziele abzuleiten, eine Strategie mit L&ouml;sungsans&auml;tzen entwerfen und dann nur noch umsetzen. Fertig! &nbsp;Einfach, oder? Klingt wirklich sehr einfach und einleuchtend. Mit solchen Thesen verdienten schon viele Leute viel Geld. Keine Angst, das ist nicht meine Berufung! Diese allerdings zu entdecken, das ist eine ganz andere Geschichte! </p>]]></content:encoded></item><item><title>Die Frau an der Haltestelle</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>kurzgeschichten</category><dc:date>2008-01-05T22:10:15+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/Die%20Frau%20an%20der%20Haltestelle.html#unique-entry-id-3</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/Die%20Frau%20an%20der%20Haltestelle.html#unique-entry-id-3</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="storiesBLOCK"><p>auch schon wieder einige Sekundenbruchteile und so entschliesse ich mich den H&ouml;rer abzunehmen. Immer das selbe, jetzt &auml;rgere ich mich schon wieder &uuml;ber mein Pflichtbewusstsein, den H&ouml;rer immer noch in der Hand. Hallo, wer ist da? Ich bin eigentlich schon gar nicht mehr da! Nein, dass hat doch bestimmt Zeit bis morgen....<br />Mist, wieder &auml;rgere ich mich &uuml;ber mich selbst. Jetzt war ich schon wieder fast zehn Stunden im Office, wo ich doch meiner Frau versprochen habe fr&uuml;her zu kommen. G&auml;ste haben sich angesagt, Essen, quatschen und einfach ein bischen Spass haben. Wann wollten sie kommen, um 20 Uhr? Ich schau auf die Uhr. Hm, ich habe noch 30 Minuten, der Bus f&auml;hrt 20 Minuten, zur Haltestelle sind es 3 Minuten. Passt, der Bus h&auml;lt quasi vor unserer Haust&uuml;re. Passt? Ich schaue wieder auf die Uhr. Oh, mein Gott, der Bus f&auml;hrt in 4 Minuten. &nbsp;Jetzt aber schnell, Mantel, Schal und Tasche und nix wie weg. Ich hechte durch die T&uuml;r und stehe vor&acute;m Aufzug, Blick nach oben, E steht in leuchtendem Rot auf der Anzeige des Fahrstuhls. Ich bin in der vierten Etage und bin mir ziemlich sicher, jetzt nicht wieder die Gewissensfrage &uuml;ber die Schaltung der Aufz&uuml;ge zu stellen, sondern schnell die Treppen nach unten zu nehmen.<br />Ich habe Gl&uuml;ck, keiner der lahmen Kollegen aus den unteren Etagen, die mich in meinem Treppenrennen aufhalten. Noch eine T&uuml;r, ein Drehkreuz und nichts kann mich mehr aufhalten! Die k&uuml;hle Luft tut gut.<br />Von Weitem kann ich schon die Haltestelle sehen. Ich f&uuml;hle mich unheimlich gut, endlich schaffe ich es mal wieder zu p&uuml;nktlich nach Hause zu kommen. Meine Frau hat ja keine Ahnung, was f&uuml;r Anstrengungen ich hinter mir habe. Egal, es wird bestimmt ein toller Abend, so, wie schon lange nicht mehr.<br />Jetzt sehe ich auch schon den Bus am Horizont. Bestimmt wieder &uuml;berf&uuml;llt, warum k&ouml;nnen die Stadtwerke denn nicht mal gr&ouml;ssere Busse einsetzen. Egal, ich kann&nbsp; meinen Schritt jetzt etwas verlangsamen. Bin schon wieder ausser Atem. Morgen werde ich bestimmt mal wieder zum Joggen gehen. Hoffentlich komme ich morgen etwas fr&uuml;her raus.<br />Der Bus ist kurz vor der Haltestelle. Ich auch. Gegen&uuml;ber sehe ich andere Leute in Richtung Haltestelle laufen. Jeden Abend das selbe Bild. Ha, ich bin wenigstens schon auf der richtigen Strassenseite - bei diesem Verkehr ein wahrer Segen. Pl&ouml;tzlich ein Knall, dann Reifenquietschen oder war zuerst das Reifenquietschen. Ich schau zur Seite und sehe auf der Strasse eine Frau liegen. Sie liegt auf der Seite, ohne sich zu bewegen. Die langen blonden Haare breiten sich &uuml;ber ihre Schultern und den Asphalt. Die blauen, ausgewaschenen Jeans betonen ihre schlanke Figur und das weisse T-Shirt bildet einen wundersch&ouml;n Kontrast zu ihren schlanken und sonnengebr&auml;unten Armen. Viel mehr kann ich von dieser gutaussehenden Frau nicht erkennen, da sich schon diverse Passanten um sie k&uuml;mmern. Der Bus h&auml;lt. Ich &uuml;berlege kurz, ob ich die Frau wirklich so zur&uuml;ck lassen kann. Wie kann ein Autofahrer&nbsp; eine so bezaubernde Frau anfahren? Was w&uuml;rde ich machen, wenn meiner Frau so etwas passiert. Oh, Gott, daran darf ich gar nicht denken. Ich werde sowieso schon nerv&ouml;s, wenn meine Frau mit &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt unterwegs ist. Heutzutage!<br />Ich finde, erstaunlicherweise, sofort einen Sitzplatz. Seltsam, pl&ouml;tzlich denke ich nur noch daran, wie ungerecht&nbsp; die Welt doch ist. Ein mulmiges Gef&uuml;hl &uuml;berkommt mich. Der Busfahrer schliesst die T&uuml;r. Das letzte bischen frische Luft ist nun endg&uuml;ltig nach draussen verbannt. Ich blicke zum Fenster raus. Da ist sie wieder, die blonde Sch&ouml;nheit, und dreht sich im gleichen Augenblick um. Dunkle Augenbrauen, breite Nase und einen Oberlippenbart. Ein Mann! Kein Wunder, denke ich. mit den&nbsp;Haaren muss ja sowas passieren. <br />Ich schau auf die Uhr. Noch zwanzig Minuten. Meine Muskeln entspannen sich merklich. Ich hab&acute;s geschafft - p&uuml;nktlich!<br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kindertr&#xe4;ume</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>kurzgeschichten</category><dc:date>2008-01-05T21:59:06+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/Kindertraeume.html#unique-entry-id-2</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/Kindertraeume.html#unique-entry-id-2</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="storiesBLOCK"><p>hat sich eine Delle beim Einparken in den Kotfl&uuml;gel gefahren und das Ehepaar blieb gar auf der Fahrt in den Supermarkt ganz liegen. F&uuml;r das Gesch&auml;ft ist das nat&uuml;rlich gut. Ich habe eine kleine Werkstatt, kann mir gerade noch 2 Mitarbeiter leisten. Daf&uuml;r muss ich aber auch immer genug zu tun haben. <br />In der letzten Zeit kann ich mich vor Arbeit &uuml;berhaupt nicht mehr retten. Gott sei Dank! Aber heute hat sich schon wieder jemand beschwert, weil ich sein Auto nicht p&uuml;nktlich fertig bekommen habe. &Auml;rgerlich, aber das l&auml;sst sich auch nicht mehr &auml;ndern. Irgendwann mu&szlig;te das ja mal passieren. Hoffentlich werden Klaus und Michael nicht krank. Die Urlaubszeit ist auch schon wieder vorbei. Eigentlich wollte ich ja mal mit Eva und unserem kleinen Manuel ein paar Tage wegfahren. Jetzt ist es Oktober, es wird schon wieder kalt und die Leute lassen Ihre Autos f&uuml;r den kommenden Winter fit machen. Letztes Jahr war die H&ouml;lle. Aber Weihnachten war sch&ouml;n und Manuel hat sich sehr &uuml;ber sein neues Fahrrad gefreut.<br />Das Wasser in der Badewanne ist angenehm warm. Langsam weicht die K&auml;lte aus meinem K&ouml;rper und der Duft umh&uuml;llt meine Nase. Ich greife auf den Hocker neben der Badewanne, um meine Autozeitschrift zu nehmen. Stattdessen liegt ob auf ein Kinderbuch von Manuel. Von Manuel klingt gut, er kann gerade mal laufen. Eva liest Manuel oft aus dem Buch vor. Er schaut dann meist an die Decke, laucht den Worten und tr&auml;umt vor sich hin. Irgendwann macht er dann die Augen zu und dann r&auml;tseln wir immer, ob er schon schl&auml;ft oder einfach nur in Gedanken der Geschichte folgt. Wahrscheinlich werden wir das R&auml;tsel nie l&ouml;sen.<br />Ich betrachte den kr&auml;ftigen Deckel des Buches und das Bild unter dem &uuml;berdimensionalen Titel. Ein B&auml;r sitzt auf dem Boden und betrachtet eine Sonnenblume. Er lehnt mit dem R&uuml;cken an einem dicken Baumstamm und zwischen seinen Lippen schaut ein Grashalm hervor. Er l&auml;chelt und scheint vertieft in die Sonnenblume. An was wird der B&auml;r wohl denken? Denkt er an die Sonne oder denkt er dar&uuml;ber nach, ob er sie essen soll? Essen B&auml;ren &uuml;berhaupt Sonnenblumen? Ich weiss es nicht, aber je l&auml;nger ich das Bild betrachte, um so mehr denke ich &uuml;ber diese Sonnenblume nach und was man damit machen k&ouml;nnte. Sonnenblumen kann man in einer Vase auf den Tisch stellen und sich &uuml;ber den Anblick freuen. Man kann Sie im Garten anpflanzen oder man kann sie trocknen und als Trockengesteck auf den Tisch stellen. Sonnenblumen sind am sch&ouml;nsten, wenn sie bl&uuml;hen. Sonnenblumen haben sch&ouml;ne gelbe Bl&auml;tter. Sonnenblumen sind gro&szlig; und wenn die Bl&uuml;te vorbei ist, dann sehen Sonnenblumen ganz traurig aus. Der B&auml;r l&auml;chelt. Ob dem B&auml;ren die Farbe der Bl&auml;tter gef&auml;llt? Wie lange sitzt der B&auml;r schon vor der Blume? Ich sch&auml;tze mal mindestens sieben Monate, denn vor ungef&auml;hr sechs&nbsp;Monaten haben wir das Buch gekauft. Bin ich bescheuert? Was mache ich mir f&uuml;r Gedanken? <br />Ich lasse mir noch ein bischen heisses Wasser in die Wanne laufen. Hm, tut das gut! Die Haut an meinen Fingern wird schon ganz weich. Hoffentlich bekomme ich keine Schwimmh&auml;ute. Der B&auml;r betrachet immer noch die Sonnenblume und ich &uuml;berlege, ob er vorhin schon den Grashalm auf der linken Seite hatte oder doch eher rechts. Er l&auml;chelt aber immer noch! Was ist nur an dem Bild so seltsam, damit ich es mir immer und immer wieder anschaue. Ein B&auml;r sitzt angelehnt an einen dicken Baumstamm und betrachet eine Sonnenblume. Das ist doch wirklich nichts unnormales, oder? Hm, ist es normal, da&szlig; ein B&auml;r vor einer Sonnenblume sitzt? Ich fange langsam an dar&uuml;ber nachzugr&uuml;beln, ob es eher der B&auml;r ist oder die Sonnenblume, die mich so magisch anzieht. Ich finde keine L&ouml;sung. Warum malt jemand so ein Bild auf ein Kinderbuch. Ja, dass Buch handelt von einem B&auml;ren. Warum soll dann kein B&auml;r auf dem Buch sein? Aber warum zieht&nbsp;mich dieses einfache Bild mit dem B&auml;ren und der Sonnenblume so an? So ein Quatsch. Ich denke jetzt nicht mehr dar&uuml;ber nach!<br />Das Wasser tut gut und der Lavendelduft des Bade&ouml;ls auch. Ich schliesse meine Augen und denke.....<br />an die Sonneblume. Die gelb-orangenen Bl&auml;tter bilden einen Kranz um das dunkle Innere. Wie gleichm&auml;ssig die Bl&auml;tter gewachen sind. Sie sehen aus wie eine Krone. Die Krone des Sonnengottes. Majest&auml;tisch, wie sie strahlt. Eine bezaubernde Sch&ouml;pfung der Natur. Ich habe das Gef&uuml;hl sie will mir etwas mitteilen. Eine angenehme Ruhe macht sich breit. Meine Beine werden ganz leicht. Meine Schultern entspannen sich. Ich l&auml;chle und die Sonnenblume l&auml;chelt zur&uuml;ck.<br />Das k&uuml;hle Wasser l&auml;sst mich aufwachen. Ich springe aus der Wanne und trockne mich ab. Eva ist in der K&uuml;che und kocht. Es riecht lecker. Manuel ist schon im Bett und schl&auml;ft. Es ist sp&auml;t, es war mal wieder ein langer Tag. Ich setze mich an den Esstisch. Eva hat ein neues Blumengesteck auf den Tisch gestellt, mit einer Sonnenblume als Krone. Ich l&auml;chle. Jegliche Spannung entweicht aus meinem K&ouml;rper. Sie ist sch&ouml;n und ich bin gl&uuml;cklich. "Na, mein B&auml;rchen. Geht es Dir gut?", sagt Eva, als sie das Essen auf den Tisch stellt. Ich l&auml;chle sie an und sage "ja, es geht mir gut und ich bin gl&uuml;cklich!"/p>]]></content:encoded></item><item><title>SoKo 42</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>kurzgeschichten</category><dc:date>2008-01-05T21:53:53+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/SoKo%2042.html#unique-entry-id-1</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/SoKo%2042.html#unique-entry-id-1</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="storiesBLOCK"><p>von Herbst war auch noch nichts zu sp&uuml;ren. Die letzten Wochen und Monate sind wie im Fluge vergangen. Ich erinnere mich noch an den ersten Tag nach meinem Sommerurlaub. Ich war noch gar nicht richtig im Job, hatte stattdessen noch die tollen Tage in Frankreich im Kopf. Ich sa&szlig; bei meinem Chef im B&uuml;ro und schaute den weissen Wolken zu, die gem&auml;chlich durch das strahlende Blau des Himmels streiften. Innerlich wusste ich, das etwas auf mich zukommt. Normalerweise kam mein Chef bei mir vorbei und rief mir f&uuml;r ihn wichtiges und f&uuml;r mich belangloses zu. Meistens hatte ich es schon wieder vergessen, bevor er auch nur ausgesprochen hatte. Es waren die wirklich wichtigen Dinge, die mich in seinem B&uuml;ro erwarteten. So wie damals, als er mir meine Ernennung zum Chef der Kripo avisierte. Lange hatte er von seinem Job gesprochen, wie wichtig und bedeutend dieser doch sei und dass er diesen nun wegen seiner Bef&ouml;rderung aufgeben muss. Er konnte einem schon fast leid tun. Dann, ohne Vorank&uuml;ndigung, meinte er, dass ich wohl der geeignete w&auml;re, um seinen Platz einzunehmen.<br />Seid diesem Tag hat sich nicht wirklich was ge&auml;ndert. Er blieb in seinem B&uuml;ro, verdient mehr Geld und ich mache den gleichen Job mit dem Bonbon, etwas mehr Papierkram&nbsp;erledigen zu d&uuml;rfen. Seine neue Stelle wurde neu geschaffen und ist eigentlich f&uuml;r nichts gut, aber, es gibt, wem auch immer, wohl ein gutes Gef&uuml;hl.<br />Mein Chef kommt die T&uuml;r hinein und begr&uuml;sst mich wie einen alten, aber nicht nicht besonders guten, Freund. Halt doch einfach den Rand, denke ich bei mir, und sag, was du zu sagen hast.&nbsp;Dann erz&auml;hlt er mir, dass die Welt sich t&auml;glich ver&auml;ndern w&uuml;rde&nbsp;und die Art der Verbrechen ebenso. Wir m&uuml;ssten reagieren und neue Wege einschlagen. Er h&auml;tte das nach langen Studien und Analysen festgestellt (dass ich nicht lache!) und mit dem Innenminister besprochen. Nat&uuml;rlich w&auml;re sein Vorschlag zur L&ouml;sung des Problems, aufgrund seiner Sp&uuml;rnase und seinen analytischen F&auml;higkeiten,&nbsp;akzeptiert worden. Er h&auml;tte nun die Aufgabe seine L&ouml;sung umzusetzen und dabei w&uuml;rde er voll auf mich bauen. Sie, sagte er zu mir, sind der neue Chef der SoKo 42!<br />Ach w&auml;re ich doch nur in Frankreich geblieben. Einen sch&ouml;nen Pinot Noir, ein Baguette und Fromage bis zum abwinken, dazu einen Hauch Sonne, Sand und Meer. Die Franzosen haben&acute;s wirklich drauf..<br />Das war, als der Himmel noch blau und die Wolken noch weiss waren. Heute ist &uuml;ber mir nur noch grau und dunkel und ich finde einfach keine heisse Spur. Jede Einzelheit habe ich hunderte Male von allen Seiten beleuchtet. Jedes kleinste Detail k&ouml;nnte mich auf die richtige Spur bringen. Was habe ich &uuml;bersehen? Wen k&ouml;nnte ich noch befragen und wann werde ich diesen Fall nur l&ouml;sen?<br />Seit 23 Jahren mache ich diesen Job und noch immer habe ich alle F&auml;lle gel&ouml;st. Viele Sackgassen und Einbahnstrassen habe ich kennengelernt. In vielen krankhaften Gehirnen habe ich herumgest&ouml;bert und versucht zu verstehen, ob, wie und warum irgend welche Synapsen so ticken, wie sie ticken. Manchmal habe ich mich gefragt, ob sich solche Gedankeng&auml;nge auch in meinem Gehirn irgendwann mal festsetzen k&ouml;nnten. Ich hoffe nicht! Jetzt sitze ich hier und zum ersten Mal habe ich keine Ahnung wie ich vorgehen soll. All die vielen Erfahrungen bringen mich nicht weiter. Seltsam, gerade diese Erfahrungen haben mich zum Chef der Sonderkommission 42 gemacht. Warum Sonderkommission 42? Eine bescheuerte Idee von meinem Chef eben. Der ist in Gedanken doch nur im Weltall unterwegs und sucht kriminelle gr&uuml;ne Wesen. Das ist ja auch viel einfacher, als seinen Hintern in die letzten Winkel der Wirklichkeit zu bewegen. Man m&uuml;sste sich ja in Gefahr begeben und sich mit den Leuten in den Niederungen des Alltags abgeben. Mit seinem pastoralischen Geschw&auml;tz hat er es wirklich weit gebracht. Ich frage mich nur hin und wieder, wie bl&ouml;de seine Chefs sein m&uuml;ssen... Wie gesagt, die 42 ist f&uuml;r die in den Weltraum gepolten Menschen eine magische Zahl. Des Weltall&acute;s Problem ist, das die L&ouml;sung - n&auml;mlich die Zahl 42 - bekannt ist, niemand jedoch die passende Frage dazu gefunden hat. Irgendwie passt das zu meinem Chef. Der glaubt auch immer die L&ouml;sung zu kennen, dabei versteht er noch nicht mal die Frage (aber das ist eine ganz andere Geschichte).<br />Wir sind eine kleine Truppe von Spezialisten, die speziell f&uuml;r innovative F&auml;lle gegr&uuml;ndet wurde. Ja, so sagte mein Chef einmal beim Mittagessen in einem Ristorante um die Ecke. Wir hatten gerade eine Fischplatte f&uuml;r 2 Personen gegessen (ich durfte eigentlich nur mit, weil der Tischnachbar meines Chefs kurzfristig abgesagt hatte und das Essen schon bestellt war) und tranken Espresso. Wie gerne h&auml;tte ich dabei eine Zigarette geraucht, statt mir das Gelaber von innovativen Verbrechen und deren Kl&auml;rung anzuh&ouml;ren. Deshalb weiss ich auch nicht mehr genau, was er damit meinte. Mir ist nur das Wort innovativ h&auml;ngen geblieben. Wir kommen alle vom BKA und haben zusammen &uuml;ber 200 Jahre kriminalistische Erfahrung auf dem Buckel. Dies ist der erste Fall und wir stehen vor unserer Bew&auml;hrungsprobe. Geht sie schief, dann ist es auch schon wieder vorbei. Und das ist genau das Problem, dieser erste Fall. Die Stimmung dieses tristen Sonntags passt genau zu diesem Fall. Man sieht alles nur verschwommen, grau in grau, und eigentlich m&ouml;chte man einfach nur ins Bett und schlafen. Es regnet immer noch und die Uhr zeigt 17:57 Uhr. Bei diesem Wetter braucht man die Uhr wie einen Kompass, um sich nicht im Tag zu verlieren. Ich muss mal schnell in den Ofen schauen, was der Putenbraten macht, den ich heute morgen im Br&auml;ter kurz angebraten, mit einem Sauvignon blanc abgel&ouml;scht und mit frischen Zwiebeln und ein paar geheimen Kr&auml;utern trappiert habe. Muss ihn jetzt mal zum Schwitzen bringen, dass er nachher richtig gut in Schuss ist. Bin noch am &uuml;berlegen, ob ich Sp&auml;tzle dazu machen soll....<br />Rauche jetzt erst mal ne Zigarette, ist ja schliesslich Sonntag (und es regnet immer noch).<br />Das war eine gute Idee. Ich hatte den Gedankenblitz! Der Fall ist gel&ouml;st und ich bin mehr als jeder andere selbst &uuml;berrascht. Es war, das muss ich wirklich zugeben, ein innovatives Verbrechen. Global galaktisch gesehen eine Meisterleistung. Um so bedeutender, dass ich ihn gel&ouml;st habe. Wahrscheinlich w&auml;re kein anderer auf die L&ouml;sung gekommen und somit hatte mein Chef sehr wohl richtig damit gelegen, mich als Chef der SoKo 42 einzusetzen. Wieder ein Fall gel&ouml;st und ich kann mich auf mein leckeres D&icirc;ner freuen. Was trinke ich denn gutes dazu? Keine Ahnung, aber dieses R&auml;tsel werde ich auch noch l&ouml;sen.<span style="font-size:16px; "><br /></span></p><br />]]></content:encoded></item><item><title>Am ersten Abschlag</title><dc:creator>webmaster@morgenbach.de</dc:creator><category>sport und freizeit</category><dc:date>2008-01-05T08:43:35+01:00</dc:date><link>http://www.morgenbach.de/stories/files/Am%20ersten%20Abschlag.html#unique-entry-id-0</link><guid isPermaLink="true">http://www.morgenbach.de/stories/files/Am%20ersten%20Abschlag.html#unique-entry-id-0</guid><content:encoded><![CDATA[<div class="storiesBLOCK"><p>Es ist ganz einfach zu erkl&auml;ren. Du stehst an einem Abschlag (oder auch Tee genannt) und siehst in weiter Ferne eine Fahne stehen. Da muss dieser kleine Ball hin. Abh&auml;ngig von der L&auml;nge vom Abschlag bis zur Fahne ist die Bahn in 3, 4 oder 5 Schl&auml;gen (das heisst dann Par 3, Par 4 oder Par 5) zu bew&auml;ltigen. Wenn alles gut geht und Du einfach in der Mitte der Bahn mit Deinem Ball bleibst, also in der Mitte Fairway, dann sollte das auch bei ausreichender L&auml;nge der Schl&auml;ge gelingen. Ausserhalb des Fairways lauert das &Uuml;bel, in Form von Sandbunkern, B&auml;chen und Seen, B&uuml;schen und B&auml;umen oder einfach nur ungem&auml;htes Gr&uuml;nzeug, was sich dann Rough nennt.<br />Es ist also ganz einfach, denn der Ball muss ja nur durchschnittlich zwischen 80 und 200 Metern weit fliegen und ausserdem hat man dazu diverse Schl&auml;ger wie lange Eisen, kurze Eisen, Wedges, H&ouml;lzer, Driver und Putter.<br />Mit dem Putter kullert man den Ball einfach nur ins Loch, was auch funktioniert, denn den setzt man nur auf dem ganz kurzen Rasen rund ums Loch ein, was sich Green nennt.<br />Soviel zu den Rahmenbedingungen. Das Problem liegt aber im Detail und davon gibt es viele. Details gibt es zum Beispiel beim Schlag, der eigentlich aber ein Schwung ist. Nehmt doch mal einen Tennisball, geht auf die Wiese und probiert ein Ziel in ca. 40 Metern zu treffen. Und was habt Ihr erlebt? Genau, mal getroffen, mal zu kurz, mal zu lang, mal "verzogen". Genau so ist das beim Golf auch. Da Ihr hier aber Schl&auml;ger habt, mit denen Ihr bis weit &uuml;ber 200 Meter weit schlagen k&ouml;nnt, ist jede minimale Abweichung, auf die L&auml;nge gesehen, weit vorbei! Und wenn der Schl&auml;gerkopf, der je nach Schl&auml;ger eine bestimmt Neigung hat, etwas schief oder zu flach oder zu steil auf den Ball trifft, so fliegt der anders als erwartet... nach links, rechts oder im schlimmsten Fall hoppelt er nur ein paar Meter weiter. Gleiches gilt nat&uuml;rlich auch, wenn Ihr den Winkel Eures R&uuml;ckens, der Arme, H&auml;nde, Kopfhaltung und K&ouml;rpergewicht ver&auml;ndert. Es muss also alles im Einklang sein.<br />Nicht zu vergessen ist auch, das es manchmal windet oder regnet. Und der Ball selbst liegt auch immer anders. Schaut Euch mal einen Rasen im Park an, genau, da liegen &Auml;ste oder Steine, sind Pf&uuml;tzen oder L&ouml;cher oder was auch immer.<br />Es gibt also viele Gr&uuml;nde, warum nicht immer alles glatt l&auml;uft. Bisher haben wir aber immer nur &uuml;ber technische oder k&ouml;rperliche Dinge gesprochen, die f&uuml;r das Handicap eines Golfers sorgen. Das Handicap gibt die durchschnittliche Leistung, sprich Anzahl Schl&auml;ge &uuml;ber den vorgegebenen Par Angaben eines Platzes an. Vielmehr ist es der Kopf, der das Spiel zum Nervenpoker machen l&auml;sst!<br />Es sind, genauer gesagt, die Gef&uuml;hle, der Ehrgeiz, die Wut und Entt&auml;uschung, die &Uuml;berheblichkeit und der Scham. Ihr glaubt nicht, wie sich jeder Golfer freut, wenn ein Mitspieler (Flight-Partner) den ersten Schlag versaut. In jedem steigt die Erleichterung, dass "er" sich blamiert hat. Jeder zeigt in diesem Moment eine Art Grossherzigkeit und versucht die Ursachen zu analysieren. In der Regel hat der arme Kerl auch gleich eine Erkl&auml;rung, wie Stress und keine Zeit zum Aufw&auml;rmen oder aber in Gedanken noch bei dem Problem in der Firma. Das peinliche beim Golf ist scheinbar, dass der Ball sich nicht bewegt. Er liegt da, l&auml;chelt einen an und wartet, bis man mit dem richtigen Schl&auml;ger den richtigen Schlag gemacht hat und&nbsp;dampft dann ab in Richtung Fahne. Und hat man erst mal einen Schlag versaut, dann ist die ganze Strategie wieder am A....<br />Der Ehrgeizige f&auml;ngt n&auml;mlich nicht einfach an zu schlagen. Nein, bei ihm f&auml;ngt die Runde schon Tage vor der reservierten Abschlagszeit (Tee-Time) an. Man geht jede Bahne zig mal in Gedanken durch, kennt jedes Hindernis und hat ein Rezept (Strategie) f&uuml;r jeden Schlag. Abschlag mit Eisen 5, 180 Meter leicht rechts auf&acute;s Fairway, danach ein Pitch mit Eisen 9, 110 Meter &uuml;ber das Geb&uuml;sch auf Mitte Fairway und anschliessend ein Chip mit dem Wedge, ca. 25 Meter aufs Gr&uuml;n. Ein Putt und die Bahn ging mit Par!<br />Je n&auml;her es an den Abschlag geht, um so mehr versucht man seine aktuelle Verfassung innerlich zu checken. Bin ich gut drauf oder soll ich doch lieber Holz 3 nehmen und daf&uuml;r "locker" schwingen? F&uuml;hle ich mich gut oder sollte ich sicherheitshalber doch die Mitte anhalten, statt an den Rand des Fairways zu schlagen? Wenn ich zu 'lang' bin, dann liege ich im Rough, wenn ich verziehe ist es vielleicht ganz aus, weil ich n&auml;mlich hinter die weissen Pf&auml;hle komme was definitiv AUS ist. Vielleicht sollte ich doch lieber noch schnell auf die Driving Range und ein paar B&auml;lle schlagen. Ach nein, die Zeit ist zu knapp und die Driving Range ist eh nicht gleich mit dem Platz. Jetzt geht es los und der erste teet den Ball auf, d.h. er legt beim Abschlag (und nur da darf man den Ball mit der Hand ber&uuml;hren) den Ball etwas erh&ouml;ht auf ein Holzst&ouml;ckchen (Tee). Was hat er f&uuml;r einen Schl&auml;ger? Ein Holz 5. Soll ich vielleicht doch auch lieber ein Holz nehmen. Nein, ich bleibe beim Eisen, da f&uuml;hle ich mich sicherer. Schaffe ich wirklich den Pitch beim 2. Schlag oder war ich mal wieder zu optimistisch? Diese und &auml;hnliche Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Wie war das bei der letzten Rund? Aber da war ich eh nicht gut drauf. Die vorletzte Runde, ja, da war ich gut drauf und hab' das genau so gemacht, wie ich es jetzt machen werde. Jetzt bin ich dran, nur nicht nerv&ouml;s machen lassen. Ich tee den Ball auf und achte auf meine H&auml;nde. Bleib ruhig. Ich denke an mein Ritual. Immer der gleiche Ablauf, das ist die Voraussetzung f&uuml;r Kontinuit&auml;t und die ist voraussetzung, dass ich immer gut spiele. Ich gehe hinter den Ball und schaue &uuml;ber den Ball bis zu dem Punkt, den ich anspielen m&ouml;chte. Ich peile &uuml;ber den Ball und merke mir einen hochstehenden Grashalm auf der Linie Ball-Landepunkt. Den muss ich anpeilen. Ich stelle mich jetzt vor den Ball, meine Schultern in eine Linie Richtung angepeilter Fluglinie, d.h. etwas nach links, denn ich stehe ja ein St&uuml;ck neben dem Ball. Jetzt locker bleiben. Ausrichtung, Fussstellung, Schultern, Oberk&ouml;rperlage, Arme und H&auml;nde. Ich &uuml;berpr&uuml;fe alles noch mal in Sekundenbruchteilen und dann geht&acute;s los. Ich merke schon w&auml;hrend des Schwunges, ob es was wird oder nicht. Ein leiser klick und der Ball schiesst in die angepeilte Richtung...<br />Wow, was f&uuml;r ein irres Gef&uuml;hl. Kerzengerade bohrt sich der Ball in den Himmel. Ich bemerke die bewundernden Blicke der anderen und das tut verdammt gut. So als nichts gewesen hebe ich mein Tee auf, packe den Schl&auml;ger in das Bag und schaue dabei musternd in Richtung Ball, der jetzt auch langsam landet. Ein super Schlag! <br />Warum habe ich mir nur vorher sooo viele Gedanken gemacht. Hey, Alter, nicht leichtsinnig werden. Da war der erste von 70, 80, 90, 100 oder mehr Schl&auml;gen.... je nachdem, wie es weitergeht. Und ich verspreche Euch, so geht das bei jedem Schlag. Entweder Himmel-hoch-jauchzend oder zu-tode-betr&uuml;bt. Aber das n&auml;chste Mal, das weiss ich jetzt schon, werde ich mir keine Gedanken &uuml;ber mein Handicap machen und einfach nur das Spiel geniessen.... &nbsp;und dann mache ich bestimmt keine dummen Fehler (und dann werde ich endlich.....)</p><br />]]></content:encoded></item></channel>
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