Wie soll ich meinen Hund erziehen?

Provence Einstein
Macht Euer Hund manchmal das Gegenteil von dem, was Ihr wollt oder will er gar manchmal das Gegenteil? Jeder Hundebesitzer kennt das und jeder hat seine Ansichten, wie er damit umgehen soll. „Er kann, wenn er will aber er will gerade nicht! Er ist halt müde und heute ist es so heiss!?“
Tja, manche sehen es realistisch und beschliessen etwas zu unternehmen. Für andere ist der Hund schuld, falsche Rasse (die sind nicht dafür geschaffen..). Letztere haben in der Regel eines der beiden folgende Probleme:
1. Sie glauben der Hund müsse gehorchen, weil Herrchen doch füttert, Gassi geht o.ä. und Hundi doch dafür dankbar und folgsam sein muss!
2. Es wurden einfach nicht die richtigen Ausbildungsmassnahmen oder -prinzipien angewendet. Schauen wir mal....

Zu dem ersten Problem: Der Hund muss gar nichts, schon gar nicht dankbar sein für´s Futter hinstellen. Tatsache, Fakt, Punkt, Fertig!
Wer das nicht einsehen will, bitte hier das Lesen einstellen!
Zu zweitem Problem: Es ist nicht einfach so, dass man zur nächsten Hundeschule rennt, einen Kurs bucht und das Problem löst sich von selbst. Richtig, so könnte es funktionieren. Warum tut es das aber nicht (immer)? Weil der Kurs vielleicht nicht der richtige ist. Weil die Ausbildungsmethode vielleicht nicht passt. Aussagen wie: „Erst mal 2 Tage nichts zu fressen geben, dann können wir anfangen“ geben deutliche Signale auf den m.E. falschen Ansatz.
Was sagt der gesunde Menschenverstand? Motiviert geht alles leichter. Bestrafung führt zum Gegenteil. Nichts zum Essen zu haben fällt sicherlich in die zweite Kategorie. Entfache die Kerze im Bauch und die Motivation wird brennen! Belohnung heisst das Stichwort. Natürlich sollte der Hund dabei nicht satt sein. Natürlich sollte die Ablenkung sich in Grenzen halten (Hundeschulen mit einem grossen Hundeplatz und vielen unterschiedlichen Schülern, liefern sicherlich genug Ablenkung). Einzelunterricht ist sicherlich eine gute Alternative.
Man sollte sich zunächst mit den Ansichten der Trainer auseinandersetzen. Hierfür ist es allerdings erforderlich, das wir uns selbst mit der Materie auseinander setzen. Jeder hat in der Schule bessere oder schlechtere Lehrer gehabt. Manchmal war die schlechten Lehrer aber gar nicht so schlecht, sie passten nur einfach nicht zu mir und meiner Art zu lernen.

Betrachtet deshalb einfach mal den Mensch im Hund und bevor ich ein paar Erfahrungen und Ansichten kund tue, möchte ich Euch ein Buch von Jean Donaldson empfehlen. Es heisst „Hunde sind anders - Menschen auch...“. Jean bringt den Bezug zum menschlichen Lernen sehr gut auf den Punkt. Das Cover sagt:“Hunde sind nicht wie Lassie, sie denken und handeln nicht wie Menschen. Hunde sind anders...
Ein ähnlicher Ansatz ist der des Wolfes und seinem Alpha-Tier. Sicher gibt es hier ähnliche Ansätze, nämlich Belohnung, aber die Grundvoraussetzung ist hier die Eindeutigkeit des Menschen als Alpha-Tier. Nicht ganz von der Hand zu weisen aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Nach der Akzeptanz des Alpha-Tieres beginnt erst mal die Akzeptanz des Hundes und die eigentliche Ausbildung fängt erst an. Passend dazu aber eine Aussage meiner Hundetrainerin, die sagt „jeder Mensch muss individuell mit dem Hund lernen. Sonst könnte man seinen Hund für eine Woche abgeben und hinterher muss man nur noch die richtigen Vokablen (Befehle) nennen.“ Recht hat sie.

So, jetzt sind wir erst mal an der gleichen Bushaltestelle und können gemeinsam über die Ausbildung reden. Der Hund lernt, weil er es will, weil er gelernt hat zu Lernen und weil es ihm Spass macht! Wir werden ihn dahin bringen. Freuen wir uns darauf und bringen wir die Geduld auf, akzeptieren wir Rückschritte und stellen uns einfach wir sollten von einem Trainer lernen, der eine uns unbekannte Sprache spricht. So muss sich der Hund fühlen. Zwischen Sitz, Platz und Pizza kann er nicht unterscheiden. Klingt spannend oder. Machen wir uns auf!