Hundeerziehung - Basics

basic
Die Erziehung hat im allgemeinen verschiedene Namen. Ob autoritär, antiautoritär oder speziell im Bereich Hund Obedience (Gehorsam). Sicherlich fallen Euch noch diverse andere an. Allen Prinzipien ist eines gemeinsam, nämlich die Tatsache, dass
diese nur dann eine Chance zum Erfolg haben, wenn der Hund mitspielt.
Genau hier liegt der Schlüssel. Für den Hund ist es ein Spiel, denn Spiel heisst gleich Spass. Spass wiederum heisst, das man einer Beschäftigung nachkommt, die Ablenkung vom Alltag bringt, Entspannung schafft oder auch genau das Gegenteil nämlich Anstrengung in Verbindung mit Erfolg. Denkt mal nicht an Hund. Überlegt Euch, was ihr persönlich als Spiel und Spass definiert.
Sind wir uns über diesen Schlüssel einig, dann brauchen wir ihn nur noch umzudrehen das Hundetraining kann beginnen...
Der Zeitpunkt
Wann soll man mit dem Hund üben. Gegenfrage, was verstehen wir über Üben. Üben kann man den ganzen Tag, z.B. bekommt der Hund sein Leckerli nur, wenn er ein Sitz oder Platz gemacht hat. Gehen wir spazieren mit unserem Freund, morgens, mittags und abends. Unterhalten wir uns mit ihm? Nehmen wir ein Spielzeug mit (Achtung: nicht jeder Hund steht auf Spielzeuge), um ihn damit zu beschäftigen und nennen das dann Üben?
Sicher müssen wir hier unterscheiden, ob wir eine trainierte Verhaltensweise wiederholen oder eine neue Verhaltensweise neu üben, d.h. konditionieren wollen. Letzteres geht sicherlich nur in Ruhe und ohne Ablenkung (lernen sie mal Vokablen wenn die Kinder oder der Fernseher läuft). Jetzt definieren wir diesen richtigen Zeitpunkt und was passiert? Der Hund hat keine Lust.
Wir müssen also auch den richtigen Zeitpunkt, nämlich mit Ruhe und ohne Ablenkung und der Bereitschaft des Hundes finden. Klar, Erfolg heisst für den Hund Gewinn, Sieg, Stolz. Das kann er nur, wenn nicht gerade seine Mahlzeit verdaut, nicht aus dem Schlaf gerissen wird und es nicht gerade 32 Grad im Schatten hat. Gut, wir haben also diesen Zeitpunkt für Mensch und Hund gefunden und es muss nun nur noch der Startschuss fallen.
Der Startschuss ist nicht nur der Schuss aus der Pistole vor dem Sprint oder Marathon. In der Schule ist es die Schulglocke, im Seminar ist es die Tür, die zugeht. Bei unserem Hundetraining ist es etwas anderes. Was das ist, das definieren wir. Wichtig ist nur, dass Mensch und Hund einen persönlichen Startschuss haben. Gleiches gilt das natürlich auch für das Ende des „Rennens“. Man kann beispielsweise mit einem Versteckspiel starten und einem Zerrspiel aufhören. Dem Hund, als auch dem Mensch, muss nur klar sein, dass zwischen Start und Ende andere Regeln gelten.

Das Ziel
Egal nach welchen Regeln das Training abläuft, das Ziel muss klar sein. Da wir die Trainer sind, müssen wir die Ziele festlegen. Und damit wir uns einig sind, es gibt ein Ziel für die Trainingssaison und für das einzelne Training an diesem Tag. Trainiert ihr gerade für einen Marathon und lauft täglich vor dem Frühstück und vielleicht sogar auch noch abends? Steigert ihr Distanz, Geschwindigkeit und könnt immer schneller weiter laufen? Nein, ihr braucht mal pausen, euer Körper will an diesem Tag vielleicht nicht oder ihr seid in Gedanken noch bei schulischen, beruflichen oder privaten Problemen. Ihr müsst dann euer tägliches Ziel anpassen oder manchmal sogar ausfallen lassen. Einen jeden Sportler ärgert so etwas. Einen Hundetrainer auch. Wir konnten doch schon dies oder jenes und heute geht gar nichts. Das ist dann eben so. Der Hund ist keine Maschine!
Im Klartext bedeutet das, dass wir auf uns, unseren Hundetrainer und unseren Hund hören müssen. Die Reihenfolge ist dabei uninteressant, denn jeder der Beteiligten muss mit Kopf, Körper, Herz und Verstand bei der Sache sein. Und jeder muss am gleichen Strang ziehen und jedem muss klar sein, wann das Ziel des Trainings erreicht ist. Erst dann sind alle zufrieden und für den Hund bedeutet es Spass und.... Belohnung!

Die Motivation
Wir wissen es eigentlich schon. Der Hund wird dadurch motiviert, dass er Spass und Belohnung bekommt. Damit können wir diverse Ausbildungsmethoden von vorhinein ausschliessen, nämlich die autoritären. Bestrafung führt lediglich dazu, dass der Hund lernt wann er von wem bestraft wird und versucht genau das zu vermeiden. Ist der Bestrafer nicht da, kann der Hund in dem Moment unbestraft die Handlung ausführen (also z.B. mit Herrchens Schuh spielen).
Wir müssen motivieren, loben, streicheln oder Leckerli verabreichen. Diese Form der Motivation (oder auch z.B. positive Bestärkung) funktioniert ab nur, wenn der Hund weiss für was er belohnt wird. Der richtige Zeitpunkt ist also wieder der Schlüssel zum Erfolg. Ein Beispiel: Der Hund macht auf 3 Meter Distanz ein Sitz und wir wollen ihn dafür belohnen. Also rufen wir ihn zu uns und er macht sofort ein Sitz vor uns. Wir geben ihm ein Leckerli und sagen „gut gemacht“. Für was haben wir ihn belohnt? Für was glaubt der Hund, dass er belohnt wurde? Das ist das Problem. Fühlt sich der Hund bei dem nächsten Durchgang bestärkt diesen Sitz auf Distanz zu wiederholen. Wahrscheinlich nicht, denn er assoziiert nichts damit. Dafür aber das Kommen auf Ruf und der Sitz. Wir müssen also Wege finden richtig und im richtigen Moment zu belohnen. Manche Menschen finden deshalb das Clicker-Training so toll, bei dem man dem Hund beibringt, dass ein bestimmter Ton eine „gewonnene“ Belohnung bedeutet. Das kann genauso gut aber auch ein Ruf wie „prima“ oder ähnliches sein. Spielt ihr Tennis, Golf oder lernt eine Fremdsprache. Nicht immer kommt der Erfolg sofort. Ihr macht gute Schläge, super Schwünge oder ihr habt alle Vokabeln auf anhieb richtig gelernt. Manchmal fehlen 2 Vokabeln zum Erfolg oder der Putt geht 5 cm am Loch vorbei. Ihr seid aber auf dem richtigen Weg. Das ist auch schon ein Erfolg, denn früher wäre das Treffen des Balles vielleicht schon ein Erfolg. Belohnt Etappenziele und gebt damit eine Richtung vor. Die wenigsten Hunde können durch verbale Erklärungen lernen. Sie machen Dinge intuiitiv und dadurch, das sie darin bestärkt wurden. Dazu gehört auch, dass ihr zwar Steh sagen könnt, der Hund aber nichts damit anfangen kann. Ihr hättet genauso gut Pizza sagen können. Der Befehl, also das Befehlswort, führt ihr erst dann ein, wenn der Hund - in diesem Fall - ein Steh kann. Beim Tennis übt ihr einen Volley-Schlag. Ob der Schlag Volley oder Stop heisst ist Euch egal. Einfach fällt euch das, wenn ihr euch vorstellt, dass euer Tennislehrer einen chinesischen Dialekt spricht. Stellt euch vor wie ihr euch fühlt - jetzt versteht ihr vielleicht den fragen Blick eures Hundes bei eurem Training. War er motiviert? Hatte er Spass und Erfolg?

Fazit
Habt ihr zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Ziele und könnt den Hund motivieren, dann habt ihr alle Spass und Erfolg! Die richtigen Trainingsgeräte hängen dann nur noch von der Disziplin ab.
Probiert es aus!